Sarrazin findet Anklang bei den Nazis und leider auch bei vielen Deutschen. Warum? Weil’s so schön einfach ist, ohne Hirn und Verstand auf die “Migranten” einzudreschen.
Da gehört nicht viel dazu. Man muss nicht selber denken und sich auch nicht mit Fakten beschäftigen. Man braucht einfach nur jemanden, der ausspricht, was viele denken. Und an dem hält man sich dann fest und plötzlich kann man überall mitreden. Einen wie Sarrazin eben. Endlich sagt’s mal einer: Die Deutschen werden immer dümmer! Warum? “Weil die Akademikerinnen zu wenig und die Sozialhilfeempfängerinnen zuviele Kinder kriegen.” Und überhaupt: Die ganzen eingewanderten “Hartz-ler”: kommen hier her und nehmen uns Deutsche aus! Deswegen schrumpft unser Wohlstand und die Staatsschulden steigen. Wie einfach doch die Welt erklärbar ist….
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Irgendwie ist es ja kein Wunder, dass es in Deutschland nicht läuft, oder? Die ganzen wachsenden Schulden – woher kommt denn das alles? Nicht wenige (auch nicht wenige PolitikerInnen) haben da schnell die Antwort parat: Die “Faulen” müssen es sein, die, die nicht arbeiten wollen, die, die uns ständig auf der Tasche liegen und nur fett Kohle vom Staat kassieren. Ja, und die AusländerInnen – sowieso!
Ich könnte das alles viel weiter detaillieren – erspare mir das aber, weil ich sonst nur wütend werde. Sowas “hirnverbranntes” geistert nahezu täglich durch Politik & Medien. Aktuell trifft’s gerade wieder die Hartz IV-EmpfängerInnen: Brauchen die überhaupt Internet? Und überhaupt: 45 m²-Wohnungen für eineN HartzIV-lerIn – das ist ja völlig überdimensioniert; da reichen 25 m² auch! – Und weil in der asozial-konservativen Regierung viele so denken, überlegt man jetzt, dass man den Kommunen freistellt, welche Mietkosten für Hartz-IV-BezieherInnen sie noch übernehmen. Da kann man schließlich kräftig sparen! Mehr…
Endlich finde ich mal wieder Zeit und Muße, um von meinem Berlin-Trip im März zur Frühjahrstagung des “Regionalen Aufbruchs” zu berichten. Es gäbe dazu soviel zu sagen, das kann ich hier gar nicht alles abhandeln. An diesem Wochenende habe ich viele kreative Köpfe kennengelernt, spannende gesellschaftspolitische Diskussionen und Gespräche geführt und den Eindruck gewonnen, dass es viele wirklich gute, regionale Initiativen gibt, die das Ziel haben, innerhalb einer globalisierten Welt immer mehr “kleinere Einheiten” zu schaffen, die überschaubarer, leichter beherrschbar und dadurch auch robuster gegen “globale, zwangsläufige” Einflüsse sind. Dezentrale Energiekonzepte oder kommunale Wasser- und Abwasserwirtschaft sind dabei nur zwei exemplarische Schlagworte. Mehr…
D
er Gesprächskreis Regionaler Aufbruch versteht sich als Initiative politischer Willensbildung und Impuls zu einer neuen politischen Bewegung, die diese Ziele durchsetzen will. Jedes Jahr finden dazu mehrere Tagungen in Berlin statt. Es geht darum, preisgegebene – am Menschen und an der Natur orientierte – Grundsätze wieder in den Mittelpunkt stellen:
- Vorrang der Arbeit vor dem Kapital
- Vorrang des Gemeinwohl vor dem Eigennutz
- Vorrang des Regionalen vor dem Globalen
- Vorrang von Kooperation vor Konkurrenz
- Vorrang der kleineren Gemeinschaften vor den anonymen Strukturen
- Vorrang von Nachhaltigkeit vor Profitorientierung.
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